
- Christian Denkhaus erklärt Touristen sowohl technisch-historischen Schiffsthemen, als auch die Natur des Wattenmeeres und seine Vogelwelt.
Wo könnte es wohl schöner sein?
Christian Denkhaus über seinen Zivildienst auf dem Nationalpark-Schiff
Seit sieben Monaten leiste ich meinen Zivildienst auf dem Nationalpark-Schiff Feuerschiff Borkumriff. Dieser Zeitraum ermöglichte mir bis jetzt einen Überblick über das komplette Arbeitsjahr auf dem Nationalpark-Schiff, welches man grob in zwei Bereiche einteilen kann: Winter und Herbst sowie Sommer und Frühling, sprich Neben- und Hauptsaison. Auf einer Urlaubsinsel gibt der Besucherverkehr den Takt an. In der Saison werden vorwiegend Führungen angeboten. Diese finden hauptsächlich an Bord des Nationalpark-Schiffes statt, wobei das Publikum zwischen Schulklassen, kleinen Rentnergruppen bis hin zu Familien variieren kann. Eine Führung dauert durchschnittlich eine Stunde. Neben den technisch-historischen Schiffsthemen, stelle ich dabei vor allem die Natur des Wattenmeeres und seine Vogelwelt dar. So besitzt das Schiff neben den original erhaltenen Räumlichkeiten auch eine sehr moderne Wattenmeer-Ausstellung.
Ergänzend zu dem Programm an Bord finden mehrmals wöchentlich Exkursionen durch die Inselnatur statt. Vor allem für diese Führungen war ein selbstständiges Erarbeiten der Hintergrundinformationen nötig, da man den Besuchern Rede und Antwort stehen muss. Erst so kann man jedoch Interesse wecken und das Umweltbewusstsein anregen.

- Das Nationalparkschiff ist gleichzeitig Deutschlands größte Zivi-Wohnung.
In der Nebensaison beschäftigt man sich mehr mit Informationsmaterial zu den naturkundlichen Themen, bearbeitet Präsentationen oder Führungskonzepte. Im Winter habe ich auch meinen gesamten Urlaub genommen, da mit Saisonbeginn wieder jede Hand gebraucht wird. Der Arbeitsalltag wird wieder geschäftiger und die neuen Praktikanten müssen eingearbeitet werden.
Ein weiterer Vorteil meiner Zivildienststelle ist die Unterbringung. Mein Arbeitsplatz ist auch gleichzeitig meine Wohnung. Das führt dazu, dass Wohnzimmer und Küche, die gleichzeitig auch Ausstellungsraum sind, immer aufgeräumt sein müssen. Dafür lebe ich zurzeit in Deutschlands größter Zivi-Wohnung, die gleichzeitig ein Schiff ist und fest im Hafen der Insel Borkum liegt. Nachteile gegenüber einer herkömmlichen Wohnung gibt es keine. Wo könnte es wohl schöner sein? Zum Schlafengehen steigt man in seine Koje, sieht von seinem Bullauge auf den Hafen und lässt sich bei einem leichten Südwind in den Schlaf schaukeln.
Draußen so richtig austoben
Joschua Konrad berichtet von seiner freiwilligen Arbeit für den NABU
Mein Name ist Joschua Konrad. Ich bin 19 Jahre alt. Im Moment leiste ich ein FÖJ beim NABU Region Trier, welcher sich meine Stelle mit dem Weingut Dr. Frey teilt. An drei Tagen in der Woche arbeite ich für den NABU. Außer der alltäglichen Arbeit im Büro kann ich hierbei auch eigene Projekte verwirklichen, wie zum Beispiel Demonstrationen gegen Atomkraft, und bei den Pflegeeinsätzen kann ich mich dann mal draußen so richtig austoben. Draußen bin ich auch an den zwei Tagen in der Woche, die ich auf dem Weingut arbeite. Die Möglichkeit sowohl im Büro, als auch körperlich an der frischen Luft zu arbeiten, war der Hauptgrund aus welchem ich mich fürs FÖJ beim NABU entschieden habe. Denn in meinem Maschinenbaustudium, welches ich im Herbst beginnen möchte, werde ich wohl kaum noch die Möglichkeit haben, draußen zu arbeiten.
Wattwanderungen am Sylter Strand
Ulrich Holst über seinen Zivildienst und sein Praktikum 2008/2009 bei der Schutzstation Wattenmeer im ADS Schullandheim in Rantum
Insgesamt 13 Monate war ich bei der Schutzstation Wattenmeer im ADS Schullandheim in Rantum engagiert. Da mir die Arbeit sehr gut lag und ich einen ganzen Jahresrhythmus kennenlernen wollte, machte ich im Anschluss an meinen Zivildienst noch ein freiwilliges Praktikum.
Zu meinen Aufgaben gehörten in erster Linie Führungen wie Watt-, Strand- oder Nachwanderungen für Besucher des Schullandheimes und Touristen. Schulklassen aus ganz Deutschland sind das ganze Jahr über zu Gast in der Bildungseinrichtung. Kinder und Jugendliche aus Grundschulen, weiterführenden Schulen, Abiturjahrgängen und Förderschulen mit geistig und körperlich behinderten Schülern nehmen dann an den Wanderungen und einer Wattwerkstatt (Ausstellung mit Quiz, Bastellecke und Mikroskopen) teil. Im Schullandheim gibt es auch eine naturkundliche Ausstellung, die für Besucher einmal wöchentlich geöffnet wird und Sylter Touristen über das Wattenmeer informiert. Auch hier habe ich aktiv mitgeholfen.

- Ulrich Holst (Mitte) bei einer Führung am Strand.
Zu meinen Aufgaben gehörten in erster Linie Führungen wie Watt-, Strand- oder Nachwanderungen für Besucher des Schullandheimes und Touristen. Schulklassen aus ganz Deutschland sind das ganze Jahr über zu Gast in der Bildungseinrichtung. Kinder und Jugendliche aus Grundschulen, weiterführenden Schulen, Abiturjahrgängen und Förderschulen mit geistig und körperlich behinderten Schülern nehmen dann an den Wanderungen und einer Wattwerkstatt (Ausstellung mit Quiz, Bastellecke und Mikroskopen) teil. Im Schullandheim gibt es auch eine naturkundliche Ausstellung, die für Besucher einmal wöchentlich geöffnet wird und Sylter Touristen über das Wattenmeer informiert. Auch hier habe ich aktiv mitgeholfen.
Die Schutzgebietsbetreuung gehörte ebenso zu meinen Aufgaben und so wurden alle zwei Wochen die Watt- und Wasservögel gezählt. Im Winter kam noch ein täglicher Kontrollgang am Strand hinzu, um junge Kegelrobben am Strand zu finden und eventuell eine Schutzzone für sie zu errichten. Zwar habe ich in dem Winter keine Robbe gefunden, meine Kollegen aus Hörnum aber haben um Weihnachten rum eine kleine Kegelrobbe entdeckt. Sie haben das Jungtier zwei Tage lang bewacht und darauf geachtet, dass die Mutter sie in Ruhe säugen kann, damit sie bessere Überlebenschancen hat.
Die Themeninhalte der Schulungen, an denen ich teilgenommen habe, waren genau auf unsere Arbeit zugeschnitten. So konnten wir gerade gelerntes Fachwissen direkt in unseren Führungen weitergeben und über Themen wie z.B. die Zusammenhänge in einem Ökosystem am Beispiel Wattenmeer oder die Anfälligkeit der Natur gegenüber menschlichen Störungen aufzuklären. Auch über die Bedeutung und die Möglichkeit, den Nationalpark in einer Führung einzuarbeiten, wurden wir ausführlich informiert. Alle Schulungsangebote enthielten einen Teilbereich zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, was ich sehr wichtig und interessant fand.
Was meine berufliche Orientierung anbelangt, hat mich die Arbeit in der Schutzstation enorm geprägt und meine Ansichten stark verändert. Ursprünglich wollte ich nach dem Abitur Genetik studieren. Da ich aber gemerkt habe, dass mir das Arbeiten mit Kindern einfach sehr viel Spaß bereitet, absolviere ich derzeit eine Tischlerlehre und möchte anschließend Grundschullehrer werden.
In der Zeit in der Schutzstation habe ich sehr viel gelernt. Währenddessen bin ich leidenschaftlicher Muschelsammler geworden, und zähle mehr als 60 Muscheln- und Schneckenarten aus der Deutschen Bucht in meiner Sammlung. Man nennt mich liebevoll Dr. Muschel. Außerdem bin ich auch zum Vogelgucker geworden und bin nun regelmäßig an den Wochenenden auf der Suche nach Watt- und Wasservögeln, arbeite mich aber auch bei den Singvögeln ein.
Da ich auch heute noch sehr von den Naturschutzarbeiten vor Ort überzeugt bin, engagiere ich mich nun als Ehrenamtler im Verein und bin als FÖJ-Betreuer und bei handwerklichen Aktionen aktiv dabei.
Umweltbewußtsein kinderleicht gemacht.
FÖJlerin Jana erzählt wie sie ihre Ideen bei der NAJU NRW verwirklichen konnte.
Ich heiße Jana, bin 20 Jahre alt und gehöre seit August 2010 als FÖJ-lerin zum Team der NAJU NRW in Düsseldorf. Nachdem ich erfolgreich mein Abitur bestanden habe, hatte ich erst einmal genug davon am Schreibtisch zu sitzen und über Büchern zu brüten. Ich wollte praktisch tätig werden! Die Idee entstand eine Ausbildung zu beginnen, doch wollte ich auch nicht so viel Zeit bis zu meinem Studium verlieren. Ich arbeite gerne mit Kindern zusammen. Kinder sind noch offen für alles. Sie sind interessiert an ihrer Umwelt, interessiert Neues kennen zu lernen und zu verstehen. Und sie werden bald –was wir oft vergessen oder verdrängen- unsere Zukunft bestimmen. Und da unsere Gegenwart unbedingt einer Änderung bedarf, ist es notwendig, dass sich die jüngere Generation mit Themen wie „Umweltschutz“ und „Tierrechten“ beschäftigt, damit sie überhaupt fähig sein wird etwas zu verändern. Diese beiden Wünsche wollte ich gerne vereinen: Arbeit mit Kindern und Umweltbewusstsein vermitteln.
Die NAJU NRW mit ihrem vielfältigen Angebot an Aktivitäten und Freizeitangeboten für Kinder war genau die Einsatzstelle nach der ich gesucht hatte. Hier in meinem Team sind alle offen für meine Ideen. Es wurde mir sogar ermöglicht zwei AGs an Schulen mit zu betreuen, die ich auch oft eigenständig plane. Man fragt interessiert nach meinen Einfällen und unterstützt mich, wenn ich Hilfe brauche. Ich habe Einblicke in die Arbeit von direktem Tierschutz (z.B. Betreuung eines Krötenzauns), direktem Umweltschutz (z.B. Pflege eines Amphibienschutzgebiets in Düsseldorf), Sozialpädagogen, in die Politik und Organisation eines Umweltschutzverbandes bekommen. Dies als ein Beispiel für eine Einsatzstelle des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Es gibt natürlich auch andere Einsatzstellen, die ihren Schwerpunkt auf die Arbeit in der Natur legen (z.B. Naturschutzstationen).
Neben der Arbeit in meiner Einsatzstelle, habe ich auch fünf mal in diesem Jahr ein jeweils fünftägiges Seminar mit einer stets gleich bleibenden Seminargruppe von ca. 30 Teilnehmern absolviert. Insgesamt gibt es im Rheinland drei Gruppen. Die Wochen verbringen wir an ganz verschiedenen Orten, meist in Jugendherbergen, in ganz NRW verteilt. Themen sind hierbei immer welche, die uns aktuell beschäftigen wie Massentierhaltung, Wasser, Energie und Umwelt. Die Seminare werden von uns selbst vorbereitet mit Vorträgen, praktischen Aufgaben und Spielen. Der Spaß kommt hierbei nie zu kurz. Ich selbst habe dort so viele neue Freunde gefunden, die ich auch außerhalb der Seminare in meiner Freizeit treffe.
Beim Freiwilligen Ökologischen Jahr gibt es ein Sprechersystem, das in jedem Jahr neu gewählt wird. Jede Seminargruppe hat einen Sprecher und einen Vertreter, die die Gruppe repräsentieren. Dieses Amt ist mit dem eines Klassensprechers zu vergleichen. Diese Sprecher sind gleichzeitig Landesdelegierte, die sich mehrmals zur Planung von Projekten mit all den Sprechern aus den anderen Gruppen treffen. Wir haben z.B. einen FÖJ-Aktionstag in Köln organisiert mit einem Grillfest im Rheinpark.
Von den Landesdelegierten werden die Bundesdelegierten gewählt, die als Landesvertreter zur Bundesdelegiertenkonferenz fahren, auf der sich alle Landesdelegierten aus ganz Deutschland treffen. Da dort über 40 Jugendliche aufeinander treffen, haben wir unsere Gruppe in Arbeitskreise eingeteilt, in denen wir z.B. Öffentlichkeitsarbeit, unseren FÖJ-Kongress (Aktionstag in Berlin), etc. planen. Unter diesen Sprechern werden bis zu fünf zu unseren Bundessprechern gewählt, die uns in ganz Deutschland u.a. in der Politik vertreten.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, doch schaue ich gerne auf die vergangenen Monate zurück. Die Entscheidung erst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen, war auf jeden Fall die beste Entscheidung, die ich für mich treffen konnte. Durch die Förderung eigener Ideen und Projekte, der Umzug in eine eigene Wohnung, der mit dem Städtewechsel unumgänglich war, das Sprecheramt (ich war Landes- und Bundesdelegierte) bin ich deutlich selbständiger und selbstsicherer geworden. Ich habe einen tiefen Einblick in die Arbeit einer Naturschutzorganisation bekommen, den ich nicht missen möchte und der mir bestimmt später noch von hohem Nutzen sein wird.
Naturschutz Zivi mit Motorsägen Schein
Vincent Brinkmann erzählt von seinem Zivildienst bei der Biologischen Station Ravensberg in NRW
Ich bin Vincent Brinkmann, 20 Jahre alt und absolviere derzeit meinen Zivildienst bei der Biologischen Station Ravensberg, nahe Herfod. Die abwechslungsreiche Arbeit der Biostation ist sehr praxisorientiert und findet meist draußen in der Natur statt. Zu meinem Tätigkeitsbereich gehören Aufgaben wie z.B Wiesen mit Balkenmäher und Freischneider mähen, Kopfweiden schneiden und Reparaturarbeiten entlang unserer „Spürnasenpfade“ (Naturerlebnispfade). Auch bei der Kartierung von Amphibien und Eisvögeln habe ich bereits mitgearbeitet.

- Vincent Brinkmann stellt ein Schild zum Schutz der brütenden Kiebitze auf.
Seit ich bei der Biostation als Zivi tätig bin, habe ich viel über praktischen Naturschutz lernen können. Das Team achtet sehr auf die naturschutz-gerechte Landschaftspflege und einen korrekten Umgang mit den dazu nötigen Maschinen. Trecker fahren macht mir besonders Spaß. Aber auch das Arbeiten mit der Motorsäge finde ich super, daher habe ich auch an einer Schulung teilgenommen und kann jetzt einen zertifizierten Motorsägen-Schein nachweisen.
Da die Biologische Station Ravensberg ein großes Veranstaltungs-programm (Seminare, Wanderungen, Radtouren) für Kinder und Erwachsene rund ums Thema „Natur“ anbietet, kommt nie Langeweile auf. Weil meine Aufgaben so vielfältig sind und das Arbeitsklima im Team top ist, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Zivildienst von 9 auf 13 Monate zu verlängern.
Landschaftspflege für den Biber
Michael Scheuer aus Freiberg a.N. hat als einer der ersten Bundesfreiwilligen im Naturschutz einen Vertrag beim NABU unterschrieben.
Ab September wird der 20-Jährige im NABU-Zentrum Mettnau bei der Landschaftspflege, Jugendgruppenbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit helfen. Warum hat er sich denn für den Bundesfreiwilligendienst entschieden? „Ein Bekannter von mir arbeitet derzeit auf der Mettnau und hat mir viel von seinen Tätigkeiten berichtet. Ich sehe den Bundesfreiwilligendienst als Möglichkeit an, mich aktiv im Naturschutz einzubringen und nicht nur dafür zu spenden“, erklärt Scheuer. Bereits als Kind hielt sich der Freiberger gern in der Natur auf. „Meine Großeltern wohnen auf einem Bauernhof, da habe ich ab und zu bei der Stall- und Feldarbeit geholfen“, erzählt Scheuer.

- Michael Scheuer wird ab September als BFDler im NABU-Zentrum Mettnau aktiv werden.
Auf der Mettnau erwarten ihn nun Aufgaben wie das Mähen von Schilfwiesen, um Flächen offenzuhalten, das Pflanzen von Weiden für den Biber und weitere Landschaftspflegearbeiten. Damit der Umgang mit den verschiedenen Geräten auch von Anfang an klappt, wird Scheuer von den bisherigen Mitarbeitern im Vorfeld eingearbeitet. Der 20-Jährige freut sich nach der Schule schon auf die Herausforderungen, die auf ihn warten. „Meine Aufgaben sind sehr vielseitig, ich lerne neue Menschen kennen, und es wird eine neue Erfahrung von zu Hause auszuziehen. Und wer weiß: Derzeit sei sein Berufswunsch Gymnasiallehrer, aber wenn ihm das Jahr gefalle, könne er sich auch vorstellen einen Beruf im Naturschutzbereich zu wählen.
Im Einsatz für die Natur
Lisa Hennefeld ist eine der ersten aktiven Bundesfreiwilligen im Naturschutz
Lisa Hennefeld hat zum 1.7.2011 ihren Freiwilligendienst bei der NABU Naturschutzstation Rhein-Berg begonnen. Bei der Einsatzstelle fallen überwiegend praktische Arbeiten der Landschaftspflege in Schutzgebieten in Leverkusen, Köln und dem Rheinisch Bergischen Kreis an. Während ihres Freiwilligendienstes wird Lisa im kommenden Jahr Bernhard Sonntag und das Team bei Tätigkeiten wie Kopfweiden- und Erlenschnitt, Obstbaum- und Streuobstwiesenpflege, Zaunreparaturen, Heckenpflege und Pflanzung von Wildhecken aktiv unterstützen.
- Bernhard Sonntag von der NABU Naturschutzstation Rhein-Berg freut sich, dass Lisa Hennefeld als erste BFDlerin das Team im kommende Jahr unterstützen wird.
Auch Wiesenmahd und Beweidung in der Region gehören zum Aufgabenfeld. Die Mahd wird mit einem Balkenmäher oder Freischneider durchgeführt, um zu gewährleisten, dass bodenbrütende Vögel, Rehkitze, Hasen etc. nicht zu Schaden kommen. Das Mahdgut wird zusammen gerecht und in der Regel von der Wiese abgeräumt und als Grünfutter genutzt oder zur Deponie gefahren. Zur Beweidung stehen je nach Fläche Rinder, Ziegen oder Schafe zur Verfügung. Freiwillige Helfer, wie Lisa, helfen bei der Beweidung, z.B. beim Transport der Schafe oder der Kontrolle der Zäune.
Selbstverständlich setzt sich die Naturschutzstation auch für den Artenschutz in der Region ein. So werden Nisthilfen für bedrohte bzw. geschützte Vogelarten, wie zum Beispiel Turmfalken, Schleiereulen, Steinkauze und Wasseramseln angebracht, kontrolliert und gereinigt. Wenn die Nisthilfen belegt sind, erfolgt eine Dokumentation. An verschiedenen Stellen in Leverkusen wird zur Amphibienwanderung ein Schutzzaun errichtet. Der Aufbau findet immer Mitte Februar und der Abbau Mitte April statt. In dieser Zeit werden alle Zäune täglich kontrolliert. Die faunistische Erhebung in Form einer Laichkontrolle erfolgt jährlich in einigen der ca. 60 ausgewählten Laichgewässern im gesamten Stadtgebiet Leverkusen. Alle gesammelten Daten werden in einer Datenbank erfasst. Auch bestehende Sohlschwellen und Dämme in der Region werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf repariert. Dies dient in den betreffenden Gebieten dazu, die Vernässung zu erhalten, damit z.B. wichtige Laichgebiete für Amphibien oder die typische Flora der Feuchtgebiete bewahrt werden.
Neben dem praktischen Naturschutz gehören aber auch Tätigkeiten in Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung sowie wissenschaftliches Arbeiten (Bestanderfassungen, Artenschutzmaßnahmen) zum Arbeitsfeld der Freiwilligen. Allgemeine Informationsarbeiten, Bürgerberatung und Anleitung zu praktischer Naturschutzarbeit beispielsweise bei Jugendgruppen oder Schulklassen zum Thema Obstwiesen, werden Bereiche sein, in denen Lisa sich engagieren kann.
Zu den Jahreshighlights gehören mit Sicherheit die ganztägigen Veranstaltungen wie das Sommerfest und das Burgfest auf Gut Ophoven in Leverkusen-Opladen. Bei diesen Veranstaltungen stellt die Naturschutzstation der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Bei jeder Veranstaltung wird ein aktuelles, zur Jahreszeit passendes Thema behandelt und dem Publikum durch eine praxisorientierte Vorführung, wie zum Beispiel Apfelsaftpressen mit einer handbetriebenen Saftpresse oder die Vorführung einer alten Haustierrasse (Bentheimer Landschafe) näher gebracht. Während im kommenden Jahr viele spannende Aufgaben und Herausforderungen auf Lisa warten, ist eins sicher: Langeweile wird bei den vielfältigen Aktivitäten bestimmt keine aufkommen.




