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Neu: Seminarberichte

Sie möchten wissen, wie die Bildungstage im BFD ablaufen? HIER finden sie Berichte von Seminaren und Bildungsangeboten für Bundesfreiwillige!

 

Helfende Hände im Münsterland

Dr. Britta Linnemann (1. Reihe Mitte) und Anette Rückert (links) von der NABU Station Münsterland mit dem Team der Bundesfreiwilligen.

Sechs Bundesfreiwillige engagieren sich in der NABU-Naturschutzstation Münsterland: Umweltbildung und praktische Biotop- und Landschaftspflege im Norden NRWs.  

Viel zu tun für viele helfende Hände gibt es in der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Mit derzeit sechs BFDlern ist sie die größte Einsatzstelle des NABU in NRW, hinzu kommen drei FÖJlerInnen.

Die Station befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes Heidhorn zwischen den Waldgebieten Davert und Hohe Ward und ist in einem ehemaligen Schwesternwohnheim untergebracht. Bis zu Beginn des neuen Jahrtausends haben hier noch die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung gelebt. Seit 2007 nutzt der NABU das Gebäude und betreut von hier aus überwiegend Projekte in der Stadt Münster und im Kreis  Warendorf.

„Die Landschaftspflege verschiedener Heidegebiete gehört zu unseren Aufgaben“, berichtet  Martin, einer der 6 BFDler. Wie die meisten war auch der studierte Soziologe und Ethnologe schon vor dem BFD ehrenamtlich in der NABU-Station engagiert. „Ich habe schon alles mögliche gemacht“, erklärt Martin. Vom Kartieren des Eisvogels bis zur Homepagebetreuung reicht das Spektrum.

Neben einer Herde von 50 Moorschnucken gibt es mit Heidschnucke und Bentheimer Landschaf zwei weitere ursprüngliche Schafrassen auf dem Gelände, um die sich die NABU Station kümmert.

Sabine, ebenfalls schon seit gut sechs Jahren aktiv für die hiesige NABU-Station berichtet von den vielfältigen Veranstaltungen beispielsweise im Bereich Umweltbildung, einem der Schwerpunkte der Arbeit. Allein 15 Programme für Kinder gebe es derzeit, davon vier neue allein in diesem Jahr. Vom Grünholzschnitzen über eine Kräuterwerkstatt bis hin zu einer GPS-Schnitzeljagd wird Kindern die Natur näher gebracht.

Kindergeburtstage und Ferienfreizeiten werden von den BFDlern mitgestaltet und werden gut angenommen, genauso wie AGs in den Schulen der Umgebung.

Der stationseigene Bauerngarten wurde im Rahmen des Projekts „Lebensraum Natur“ auch zur Begegnung von Jung und Alt genutzt – auf dem Gelände befindet sich ein Heim für Demenzkranke, für die Sabine eine Koch- und Gartengruppe anbietet.

Der Fauna begegnet man in unmittelbarer Nachbarschaft. Eine Herde von gut 50 Moorschnucken grast nebenan, und „macht viel Arbeit“, wie Sabine und Martin berichten. Gerade wenn im Winter zugefüttert werden muss, reißen einem die Schafe das Heu förmlich aus der Hand.

Außer den Moorschnucken kümmert sich die Station auch um eine Gruppe von Heidschnucken und Bentheimer Landschafen.

Ansonsten gehören Knochblauchkröte, Wespenbussard, Klein- und Mittelspecht zu den Artenhighlights in der Umgebung, wie die BFDler berichten. Auch das Vorkommen der Feldgrille am Hiltruper See ist bemerkenswert.

Das parkähnliche Gelände um die Station beherbergt darüber hinaus  mit einer Roteiche und einer Sumpfzypresse auch zwei Naturdenkmäler.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle unter www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de)

Lennart Frickenschmidt

 

Vom Dnjepr an den Rhein

Die Instandsetzung der Schautafeln am Naturerlebnispfad Kranenburger Bruch gehört zu Alex‘ Aufgaben in der NABU Station Niederrhein.

Oleksandr Guzenko nutzt den Bundesfreiwilligendienst, um vor seinem Studium praktische Erfahrungen zu sammeln.

„Erfahrungen sammeln schadet nie“,  meint Oleksandr Guzenko, und so würde er einen BFD im Naturschutz allen empfehlen, die sich für die Umwelt engagieren möchten oder ihre Zukunft in diesem Bereich sehen. Gerade auch um die Zeit vor Beginn von Studium oder Ausbildung zu überbrücken, biete sich ein BFD an.

Für den 24-Jährigen ist die NABU Naturschutzstation Niederrhein schon die zweite BFD Dienststelle. Nach einem Dienst an der Wattenmeerküste suchte er gezielt nach einem weiteren Engagement und gelangte so nach Kranenburg.

Der Bundesfreiwilligendienst steht neben Deutschen Staatsangehörigen und EU-Bürgern auch Drittstaatlern offen, die über ein entsprechendes Visum verfügen.

Röhricht und Kopfweiden sind typisch für das Kranenburger Bruch. Ein Lehrpfad informiert Jung und Alt über Flora und Fauna des Feuchtgebietes.

Hier an der Rheinniederung engagiert sich das NABU Team für den Fluss- und Gewässerschutz, für grenzüberschreitende Projekte mit den holländischen Nachbarn und für den Wiesenbrüterschutz.

Alex, wie Oleksandr sich rufen lässt, arbeitet hier sowohl draußen als auch im Büro. Der studierte Übersetzer und Dolmetscher unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit der NABU Station in Kranenburg.

In der Umgebung der Station gibt es viel zu entdecken, etwa das Kranenburger Bruch, ein großes Niedermoorrelikt,  oder den Reichswald, in dem sich neben Nadelhölzern auch noch einige Buchen- und Eichenbestände finden. Hier bietet der NABU Führungen an, bei denen 8- bis 12-jährige Kinder den Wald spielerisch erfahren. “Ich hoffe, bald selber Exkursionen machen zu können“, sagt Alex, denn die Arbeit mit Kindern mache ihm Spaß.

Im Kranenburger Bruch gibt es einen etwa drei Kilometer langen Lehrpfad, dessen Pflege zu Alex‘ Aufgaben gehört. So gilt es beispielsweise, die acht Informationstafeln an den Stationen wie  Erlenbruchwald, Schilfröhricht, Feuchtwiese oder Kopfweide wieder auf Vordermann bringen zu lassen.

Auch die Rastvogelerfassung gehört zu Alex‘ Interessen. Dabei werden Art und Anzahl gesichteter Vögel kartiert, hinterher bespricht man welche Maßnahmen zu deren Schutz ergriffen werden sollen.

Der BFDler ist in der NABU-WG im Alten Bahnhof in Kranenburg untergebracht

Gemeinsam mit den FÖJlern und dem Praktikanten des NABU Niederrhein ist Alex im Alten Bahnhof in Kranenburg untergebracht, wo sich früher der Stationssitz befand. Hier gibt es eine richtige Freiwilligen- WG.

Nach seinem BFD will der 24-jährige nochmal die Hochschulbank drücken. „Ich würde gerne etwas studieren, das mit Naturschutz zu tun hat“, berichtet Alex. Umweltmanagement oder Biologie seien denkbar, im Moment informiere er sich aber noch.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle unter www.nabu-naturschutzstation.de)

Lennart Frickenschmidt 

 

Gemeinsam für den Artenschutz

Die Bundesfreiwillige Lena Enderle auf dem Feld umringt von neugierigen Galloway-Rindern.

Im NABU Wasservogelreservart Wallnau auf Fehmarn sorgen Bundesfreiwillige und FöJler für ein besonderes Naturerlebnis und schaffen einen einzigartigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Das NABU Wasservogelreservart Wallnau auf der Ostseeinsel Fehmarn gehört wohl zu den schönsten Einsatzgebieten die es für Bundesfreiwillige in Deutschland gibt. Direkt an der Küste liegt hier ein weitläufiges Naturschutzgebiet, das von Teichen, Seen und Wiesen geprägt ist. Neben den Rindern und Pferden des NABU-Guts in Wallnau findet sich hier eine einzigartige Fauna und Flora, welche jedes Jahr viele Menschen anzieht, die beispielsweise die zahlreichen seltenen hier lebenden Vogelarten einmal aus unmittelbarer Nähe beobachten wollen.

Die besondere Landschaft des Gebiets, geht auf eine lange und von starken Veränderungen geprägte Geschichte zurück. Über mehrere Jahrhunderte hinweg entstand vor der ehemaligen Ostseebucht durch wellenbedingte Sandablagerungen ein sogenannter „Nährungshaken“, also ein neuer schmaler Landstreifen,  der das Gebiet fast komplett vom Meer abtrennte und ein sogenanntes Haff (einen flachen, Meerwasser enthaltenden Bereich, der durch eine vorgelagerte schmale Landzunge - den Nährungshaken - vom tieferen Teil des Meeres abgetrennt ist) entstehen ließ. Dieses wurde Ende des 19. Jahrhunderts, dann künstlich trocken gelegt. Eine Sturmflut durchkreuzte aber alle landwirtschaftlichen Ambitionen, die es für das Gebiet gab und so wurde es eingedeicht, wieder unter Wasser gesetzt und in eine Teichlandschaft verwandelt, die alsbald zu einem einzigartigen Biotop wurde. Um dessen völlige Zerstörung durch wirtschaftliche und touristische Interessen zu verhindern, erwarb der NABU das Gebiet schließlich als es zum Verkauf stand, errichtete das Gut Wallnau und tut seit dem sein Bestes um das Gebiet zu erhalten.

Der Hof bietet zahlreiche Tätigkeitsfelder für Freiwillige: Tierpflege, Landschaftspflege, Besucherbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit und Vogelschutz. So ist dafür gesorgt, dass jeder der zahlreichen Freiwilligen Arbeit in einem Gebiet findet, dass ihm/ ihr liegt und gefällt.  Die Bundesfreiwilligen und FÖJler leben gemeinsam in zwei Häusern in Wallnau und teilen sich einen großen Gemeinschafts- und Filmraum, sowie eine gut eingerichtete Küche. Für ausreichende Freizeitbeschäftigung nach getaner Arbeit und an freien Tagen ist gesorgt. Erholung ist wichtig, denn die Arbeit auf Wallnau kann von Zeit und Zeit körperlich schon sehr anstrengend sein. Aber auch erfüllend, wie die Freiwilligen berichten. Sie sind aus ganz unterschiedlichen Motivationen hier. Manch einer will Forstwirtschaft- oder Agrarwisschenschaft studieren und nutzt die Zeit für einen ersten Einblick in das Gebiet, ein anderer möchte die Zeit zwischen Schule und Studium überbrücken und sich hier neu orientieren.

Die Wintersonne scheint auf das malerische Küstengebiet des Wasservogelreservarts

Wenn gerade nicht - wie in den Sommermonaten - Saison ist, gestaltet sich der Zeitplan der Freiwilligen etwas flexibler  und sie kümmern sich täglich um die unterschiedlichsten Dinge, die gerade anfallen.  Zurzeit hat ein junges Kalb aus der Herde der Galloway-Rinder, die auf Wallnau leben, ihre besondere Aufmerksamkeit. Es musste von Hand aufgezogen werden und ist etwas schwächlich als die anderen seines Alters. Deswegen wird es täglich für ein paar Stunden von der ansonsten freilaufenden Herde getrennt, um ungestört Nahrung aufnehmen zu können. Währenddessen schneiden andere Freiwillige gerade eine Hecke zurück um das empfindliche Gebiet vor der Überwucherung zu schützen. Auf dem Hof herrscht auch im Winter ein reges Treiben, von zahlreichen und  hauptsächlich jungen Menschen.

Während der Hochsaison im Sommer unterstützen schließlich  noch einige Praktikanten die Angestellten in Wallnau um den Besuchern und den dann anfallenden Arbeiten gerecht zu werden. Während der Saison In dieser Zeit haben die Freiwilligen oft ein strafferes Programm.  Als Besucherbetreuer erklären Sie den Besuchern und Touristen eigenständig die Landschaft, Tierwelt und Geschichte Wallnaus.

Wer Wallnau einen Besuch abstattet, kann –geschützt vor Wind und Wetter – aus den sogenannten „Hides“ heraus einen Blick auf die seltenen Vögel werfen. Die „Hides“ sind Aussichtspunkte und kleine Hütten aus Holz, durch die es möglich ist den seltenen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ganz nah zu sein und sie dennoch nicht in ihrem Lebensraum zu stören.

Der Tourismus auf Fehmarn ist dabei Fluch und Segen zugleich für Wallnau. Einerseits bietet er eine gute Einnahmequelle und die Möglichkeit mehr Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren, andererseits sorgten Touristen   auf der Insel auch für mehr Unruhe und Verschmutzung und damit für mehr Arbeit für die Mitarbeiter in Wallnau.

Die Freiwilligen des NABU Wasservogelreservats tragen mit ihrer Arbeit einen sehr großen Teil dazu bei, dass diese Region auf Fehmarn weiterhin ein Rückzugsort für Pflanzen und Tiere aber auch ein spannender Erlebnisraum für naturbegeisterte Menschen bleibt.

 

Ab September 2013 werden im Wasservogelreservart wieder BFD-Plätze frei! Hier findet ihr die dazugehörige Stellenanzeige:

http://www.freiwillige-im-naturschutz.de/suche/detailseite.html?tx_bfdportal_pi3%5buid%5d=81&tx_bfdportal_pi3%5bfromSearch%5d=1http://www.freiwillige-im-naturschutz.de/suche/detailseite.html?tx_bfdportal_pi3[uid]=81&tx_bfdportal_pi3[fromSearch]=1

Weitere Informationen über die Einsatzstelle gibt es unter: http://www.nabu-wallnau.de/

Gregor Wolckenhaar

 

Erfülltheit durch Engagement

Peter Meyer fertigt aus Buchenholz ein "Insektenhotel"

Peter Meyer ist mit seinen 63 Jahren ein „alter Hase“ im Bereich des Natur- und Umweltschutzes, bereits seit 30 Jahren ist er für den NABU aktiv, seit einiger Zeit nun als Bundesfreiwilliger.

Seinen Job, der auch im Umweltschutzbereich angesiedelt war, jedoch eher in Richtung Büroarbeit ging, hat Peter Meyer etwas früher als eigentlich vorgesehen beendet, um sich nun freiwillig noch stärker für die Umwelt engagieren zu können und das über hauptsächlich praktische Arbeiten an der frischen Luft. Ein Luxus meint er, den sich nicht jeder leisten kann. Aber wem sich die Möglichkeit biete, der solle sie unbedingt nutzen so Meyer.

Peter Meyer macht diesen Bundesfreiwilligendienst, weil die Arbeit sehr anspruchsvoll ist und Freiwillige mit weniger Erfahrung gute Betreuung und Anleitung brauchen. Diese will er nach Beendigung seines BFD als eherenamtlicher Betreuer jüngeren Freiwilligen gewähren können und bis es soweit ist, macht er die Arbeit erst einmal selbst um sich so ein gutes Bild davon verschaffen zu können.

Die Arbeit ist körperlich nicht einfach, aber abwechslungsreich und bietet zu dem viele Möglichkeiten etwas dazu zu lernen. Beispielsweise den Umgang mit Motorsäge und Freischneider. Den Motorsägenschein können Freiwillige übrigens im Rahmen ihres BFD auf Seminaren des NABU erwerben.

Lagebesprechung vor der Toneinbringung in ein Gewässer

Durch die verschiedenen Tätigkeitsgebiete, die von der Landschaftspflege, über Fahrten mit dem Traktor, bis hinzu der Betreuung der Website reichen, kann sich Peter Meyer seine Arbeitszeit flexibel einteilen. Manchmal muss er dadurch allerdings auch am Wochenende arbeiten. Genug zu tun gibt es immer, meint Meyer, er müsse sich keine Sorgen darüber machen, wie er seine Arbeitszeit ausfüllen könne.

Das wird besonders deutlich, wenn man in Betracht zieht, dass der NABU Bonn ganze 40 Gebiete Betreut, die von 500 m² bis hin zum 50 Hektar großen Schutzgebiet reichen. Meyer hat bei seiner Tätigkeit viele gute Erfahrungen gemacht, wie zum Beispiel mit einer Radladerfirma , die ihre Dienste Umsonst zur Verfügung stellt und so beim Anlegen neuer Teiche und damit beim Erschaffen neuer Lebensräume für Amphibien und Reptilien half.

Die Arbeit mache ihm Spaß sagt Meyer und der Bundesfreiwilligendienst hätte den großen Vorteil gegenüber dem Zivildienst, dass er Menschen jeden Alters und Geschlechts offen stehe. Noch vor ein paar Jahren hätte es für eine Arbeit, die so wichtig ist wie die von Peter Meyer kaum einen passenden  Rahmen gegeben.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle unter www.nabu-bonn.de)

Gregor Wolckenhaar

 

Im Einsatz für die Region

Mario Arndt bei der Arbeit: Kommunikation und das Knüpfen von Kontakten sind wesentlicher Bestandteil seines Jobs.

Mario Arndt ist in ganz Brandenburg unterwegs und versucht ein NAJU-Projekt zu vollenden, welches er schon als Bundesfreiwilliger auf den Weg gebracht hat.

Ist man in der Berliner Innenstadt unterwegs kann man sich schwer vorstellen, was für weitläufige Acker- und Grünflächen sich im Berliner Umland befinden. Mario hingegen kennt sich hier gut aus, seit seiner Geburt lebt er in Potsdam und steuert sein Auto zielsicher über die Landstraßen Brandenburgs. Wir sind auf dem Weg  zu einer Umweltbildungsstätte in Fehrbellin, direkt am Fluss Rhin gelegen.  Hier will Mario weitere Kontakte knüpfen für ein Projekt, dass er innerhalb seines Bundesfreiwilligendienstes bei der NAJU Brandenburg entwickelt hat. Seine Aufgabe bestand darin ein sogenanntes Regionalbetreuerkonzept zu entwerfen.

Dieses soll dazu beitragen, das Bildungsangebot im Bereich Nachhaltige Entwicklung für Kinder und Jugendliche zu vergrößern und eine bessere Vernetzung  zwischen Schulen, Kindertagesstätten, außerschulischen Bildungsangeboten und (potentiellen) Jugendbetreuern zu schaffen. Neben der theoretischen Arbeit am Konzept fuhr er mit dem Auto quer durch Brandenburg, besichtigte Bildungsstätten, sprach mit Schülern und Lehrern,  verschaffte sich einen Überblick über die Bildungsangebote Brandenburgs, verteilte Infomaterialien und versuchte ein erstes Netzwerk aufzubauen. Marios Freiwilligendienst ist inzwischen zu Ende, doch das Projekt liegt im so am Herzen, dass er bei der NAJU mit Erfolg Mittel für eine Teilzeitstelle beantragt hat um seine begonnene Arbeit auch zu Ende führen zu können. Eine ausreichende Finanzierung für das Projekt zu finden erweist sich momentan als problematisch, deshalb testet und erprobt Mario das Konzept eben selbst  bevor es richtig los geht.

In Fehrbellin gestaltet sich die Lage schwierig und es gibt viel zum Nachdenken für Mario während wir schon zur nächsten Station der Reise unterwegs sind, einer Bildungseinrichtung des NABU in Oranienburg.

Die ländlichen Regionen Brandenburgs sind ein nicht gerade einfaches Einsatzfeld, vielleicht macht ja gerade dass den Reiz für Mario Arndt aus, denn es macht seine Arbeit umso wichtiger. Inzwischen unterstützt ihn bei der NAJU ein weiterer Freiwilliger, es bleibt zu hoffen, dass das Projekt Marios und seiner Kollegen Bestand haben wird.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle unter http://www.naju-brandenburg.de)

Gregor Wolckenhaar

 

Neue Perspektiven entdecken

Vom Film in den Umweltschutz

„Ich habe noch nie im Büro gearbeitet“, meint Claudia, die Bundesfreiwillige der ANU Brandenburg, „ich finde das total spannend!“ Gerade ist sie mit dem monatlichen Newsletter der ANU beschäftigt. Die „Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt“ ist ein Dachverband für die verschiedensten Anbieter von Umweltbildung auf Landes- aber auch auf Bundesebene. Ein ungewohntes Tätigkeitsfeld für die Freiwillige, denn sie arbeitet bereits seit vielen Jahren in der Filmbranche. Da ihr Job ihr nun aber eines halbes Jahr Zeit lässt, hat sie sich kurzerhand entschlossen auch diesen Zeitraum mit etwas Sinnvollem zu füllen und dabei nebenher auch Ideen für eine berufliche Neuorientierung zu sammeln. Über den Sohn der Nachbarn, welcher nach der Schule ein Jahr lang als Freiwilliger in der Altenpflege tätig war kam sie auf den BFD. „Tier- und Umweltschutz interessiert war ich schon immer“, deshalb habe sie sich für ihre jetzige Stelle entschieden.

Das Haus der Natur in Potsdam beherbergt neben der ANU Brandenburg noch zahlreiche weitere Natur- und Umweltschutzverbände

Für sechs Monate hilft Claudia jetzt im Büro, betreibt Pressearbeit, erstellt Einladungen, Broschüren und Newsletter, organisiert und gestaltet. Außerdem bereitet sie Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft vor und nimmt aktiv daran teil. Selbstverwirklichung der Freiwilligen ist für die Mitarbeiter der ANU besonders wichtig. Es müsse sinnvolle Arbeit sein, die durch ihre Freiwilligkeit noch eine Aufwertung erfahre. Sie müsse vor allen Dingen die Freiwilligen weiterbringen meint Doreen, die dafür zuständig ist Claudia – soweit das bei einer so erfahrenen Frau überhaupt nötig ist – bei ihrer Arbeit anzuleiten.

Geht es nach Claudia tut die Arbeit das auf jeden Fall. Sie findet sich selbst ausgeglichener und ruhiger seit sie hier arbeitet und hat zudem ungeahnte Stärken und Qualifikationen an sich entdeckt und zusätzlich neue entwickelt. Auch über die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements und welche Reaktionen es darauf in der Gesellschaft gibt, hat sie viel gelernt. Wenn ihr der Filmjob das nächste Mal etwas Zeit lässt, möchte sie wieder als Freiwillige aktiv sein, am liebsten nochmals bei der ANU.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle finden sie unter: http://www.anu-brandenburg.de/)

Gregor Wolckenhaar

 

Bildung und Begegnung möglich machen

Der selbstangelgte Teich bietet den unterschiedlichsten Tierarten einen Unterschlupf

Das grüne Haus für Hellersdorf ist eine Begegnungsstätte für Jung und Alt – unter tatkräftiger Mithilfe von Bundesfreiwilligen.

Eine  von ihnen ist  Melanie Jäger, als ich sie treffe ist sie grade komplett in die Gartenarbeit vertieft, ob es mir in einer halben Stunde auch passe fragt sie mich. Melanie arbeitet  im „Grünen Haus“ in Berlin Hellersdorf, sie ist eine von fünf Bundesfreiwilligen, die hier beschäftigt sind. Einige von ihnen befassen sich mit administrativen und verwaltungstechnischen Aufgaben, andere – wie Melanie – kümmern sich um die Pflege der großzügigen Grünanlagen rund um das „Grüne Haus“.

Das  in der Nähe des Berliner Wuhletals gelegene Haus wurde 2002 vom - einige Jahre zuvor gegründeten -Verein „Grünes Haus für Hellersdorf e.V.“ unter der Leitung von Barbara Nitsche von einer maroden Kindertagesstätte zu einer modernen und gut eingerichteten Begegnungsstätte für Jung und Alt umgebaut. Heute  treffen an diesem Ort Sportvereine, Kindergruppen, Schulklasse, Bundesfreiwillige, aber auch Unternehmen und Heilpraktiker aufeinander und teilen sich ein Gebäude.  Hier ist immer etwas los und die Freiwilligen können sich über mangelnde Abwechslung kaum beklagen.  Es herrscht eine nette, fast familiäre Atmosphäre, was einer sehr zielorientierten Arbeit aber nicht im Wege steht. Barbara Nitsche meint dazu: „Die Leute wissen hier, was sie haben“ und damit hat sie augenscheinlich recht. Da finanzielle Mittel nicht immer reichhaltig vorhanden sind, ist die Mithilfe durch freiwillige und ehrenamtliche Arbeit für den gemeinnützigen Verein umso wichtiger.

Melanie Jäger fühlt sich hier wohl, die Arbeit mache ihr Spaß, sagt sie, und sie könne sich gut vorstellen, auch nach ihrem einjährigen Bundesfreiwilligendienst eine Beschäftigung im Bereich der Gartenpflege aufzunehmen. Seit Juli arbeitet sie jetzt sechs Stunden täglich hier und kümmert sich um den großen Garten rund um das Haus, der in viele verschiedene thematische Schwerpunkte aufgeteilt ist, da wäre der  Palmengarten, der Heidegarten, der Bauerngarten und viele weitere. Nicht zu vergessen der einzigartige  Kräutergarten nach Hildegard von Bingen, der von Melanie besonders fürsorglich behandelt wird. Dieser steht tagsüber allen Besuchern offen und besonders Schulklassen kommen oft hierher, um etwas über die Eigenschaften und Wirkungen der verschiedenen – meist sehr seltenen – Kräuter zu lernen. Melanie Jäger schafft  durch ihre Tätigkeit die Voraussetzung dafür.  Überhaupt trägt sie durch ihre sorgfältige Arbeit in der Grünanlage dazu bei, dass das „Grüne Haus“ seinen Namen auch verdient und dieses ist in seiner Bedeutung für Hellersdorf kaum genug zu würdigen.

(Mehr Infos zur Einsatzstelle finden sie unter http://www.gruenes-haus-hellersdorf.de/)

Gregor Wolckenhaar

 

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