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Gemeinsam für den Artenschutz

Die Bundesfreiwillige Lena Enderle auf dem Feld umringt von neugierigen Galloway-Rindern.

Im NABU Wasservogelreservart Wallnau auf Fehmarn sorgen Bundesfreiwillige und FöJler für ein besonderes Naturerlebnis und schaffen einen einzigartigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Das NABU Wasservogelreservart Wallnau auf der Ostseeinsel Fehmarn gehört wohl zu den schönsten Einsatzgebieten die es für Bundesfreiwillige in Deutschland gibt. Direkt an der Küste liegt hier ein weitläufiges Naturschutzgebiet, das von Teichen, Seen und Wiesen geprägt ist. Neben den Rindern und Pferden des NABU-Guts in Wallnau findet sich hier eine einzigartige Fauna und Flora, welche jedes Jahr viele Menschen anzieht, die beispielsweise die zahlreichen seltenen hier lebenden Vogelarten einmal aus unmittelbarer Nähe beobachten wollen.

Die besondere Landschaft des Gebiets, geht auf eine lange und von starken Veränderungen geprägte Geschichte zurück. Über mehrere Jahrhunderte hinweg entstand vor der ehemaligen Ostseebucht durch wellenbedingte Sandablagerungen ein sogenannter „Nährungshaken“, also ein neuer schmaler Landstreifen,  der das Gebiet fast komplett vom Meer abtrennte und ein sogenanntes Haff (einen flachen, Meerwasser enthaltenden Bereich, der durch eine vorgelagerte schmale Landzunge - den Nährungshaken - vom tieferen Teil des Meeres abgetrennt ist) entstehen ließ. Dieses wurde Ende des 19. Jahrhunderts, dann künstlich trocken gelegt. Eine Sturmflut durchkreuzte aber alle landwirtschaftlichen Ambitionen, die es für das Gebiet gab und so wurde es eingedeicht, wieder unter Wasser gesetzt und in eine Teichlandschaft verwandelt, die alsbald zu einem einzigartigen Biotop wurde. Um dessen völlige Zerstörung durch wirtschaftliche und touristische Interessen zu verhindern, erwarb der NABU das Gebiet schließlich als es zum Verkauf stand, errichtete das Gut Wallnau und tut seit dem sein Bestes um das Gebiet zu erhalten.

Der Hof bietet zahlreiche Tätigkeitsfelder für Freiwillige: Tierpflege, Landschaftspflege, Besucherbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit und Vogelschutz. So ist dafür gesorgt, dass jeder der zahlreichen Freiwilligen Arbeit in einem Gebiet findet, dass ihm/ ihr liegt und gefällt.  Die Bundesfreiwilligen und FÖJler leben gemeinsam in zwei Häusern in Wallnau und teilen sich einen großen Gemeinschafts- und Filmraum, sowie eine gut eingerichtete Küche. Für ausreichende Freizeitbeschäftigung nach getaner Arbeit und an freien Tagen ist gesorgt. Erholung ist wichtig, denn die Arbeit auf Wallnau kann von Zeit und Zeit körperlich schon sehr anstrengend sein. Aber auch erfüllend, wie die Freiwilligen berichten. Sie sind aus ganz unterschiedlichen Motivationen hier. Manch einer will Forstwirtschaft- oder Agrarwisschenschaft studieren und nutzt die Zeit für einen ersten Einblick in das Gebiet, ein anderer möchte die Zeit zwischen Schule und Studium überbrücken und sich hier neu orientieren.

Die Wintersonne scheint auf das malerische Küstengebiet des Wasservogelreservarts

Wenn gerade nicht - wie in den Sommermonaten - Saison ist, gestaltet sich der Zeitplan der Freiwilligen etwas flexibler  und sie kümmern sich täglich um die unterschiedlichsten Dinge, die gerade anfallen.  Zurzeit hat ein junges Kalb aus der Herde der Galloway-Rinder, die auf Wallnau leben, ihre besondere Aufmerksamkeit. Es musste von Hand aufgezogen werden und ist etwas schwächlich als die anderen seines Alters. Deswegen wird es täglich für ein paar Stunden von der ansonsten freilaufenden Herde getrennt, um ungestört Nahrung aufnehmen zu können. Währenddessen schneiden andere Freiwillige gerade eine Hecke zurück um das empfindliche Gebiet vor der Überwucherung zu schützen. Auf dem Hof herrscht auch im Winter ein reges Treiben, von zahlreichen und  hauptsächlich jungen Menschen.

Während der Hochsaison im Sommer unterstützen schließlich  noch einige Praktikanten die Angestellten in Wallnau um den Besuchern und den dann anfallenden Arbeiten gerecht zu werden. Während der Saison In dieser Zeit haben die Freiwilligen oft ein strafferes Programm.  Als Besucherbetreuer erklären Sie den Besuchern und Touristen eigenständig die Landschaft, Tierwelt und Geschichte Wallnaus.

Wer Wallnau einen Besuch abstattet, kann –geschützt vor Wind und Wetter – aus den sogenannten „Hides“ heraus einen Blick auf die seltenen Vögel werfen. Die „Hides“ sind Aussichtspunkte und kleine Hütten aus Holz, durch die es möglich ist den seltenen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ganz nah zu sein und sie dennoch nicht in ihrem Lebensraum zu stören.

Der Tourismus auf Fehmarn ist dabei Fluch und Segen zugleich für Wallnau. Einerseits bietet er eine gute Einnahmequelle und die Möglichkeit mehr Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren, andererseits sorgten Touristen   auf der Insel auch für mehr Unruhe und Verschmutzung und damit für mehr Arbeit für die Mitarbeiter in Wallnau.

Die Freiwilligen des NABU Wasservogelreservats tragen mit ihrer Arbeit einen sehr großen Teil dazu bei, dass diese Region auf Fehmarn weiterhin ein Rückzugsort für Pflanzen und Tiere aber auch ein spannender Erlebnisraum für naturbegeisterte Menschen bleibt.

 

Ab September 2013 werden im Wasservogelreservart wieder BFD-Plätze frei! Hier findet ihr die dazugehörige Stellenanzeige:

http://www.freiwillige-im-naturschutz.de/suche/detailseite.html?tx_bfdportal_pi3%5buid%5d=81&tx_bfdportal_pi3%5bfromSearch%5d=1http://www.freiwillige-im-naturschutz.de/suche/detailseite.html?tx_bfdportal_pi3[uid]=81&tx_bfdportal_pi3[fromSearch]=1

Weitere Informationen über die Einsatzstelle gibt es unter: http://www.nabu-wallnau.de/

Gregor Wolckenhaar

 

 

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